Karweidach – der nächste Schritt

Kurz nach der Kommunalwahl im Frühjahr versuchten die Fraktionen der Freien Wähler und der SPD das Thema Gewerbegebiet Karweidach im Gemeinderat noch durchzupeitschen. Dank überlegtem Handeln der G5-Fraktionen, die den Widerstand in der Oberstdorfer Bevölkerung richtig eingeschätzt haben, wurde das verhindert. In einer weiteren Sitzung wurde vom neuen Bürgermeister Klaus King angekündigt, dass das Thema Gewerbegebiet Karweidach auf den bereits genehmigten Bebauungsplan der ehemals geplanten Mineralwasserabfüllanlage reduziert wird und zum Ausgleich das Tennisareal dazugenommen wird. Dies wurde vom neu gewählten Gemeinderat mit 12:6 Stimmen so bestätigt.

Folgerichtig wird nun die entsprechende Planung vorangetrieben. In einem ersten Schritt wurden in der Gemeinderatssitzung am 18.11.2020 zwei mögliche Planungsvarianten zur Entscheidung vorgelegt:

  • Variante 1: Planung mit Einbeziehung der Osttangente
    Diese Variante hält sich an den bereits genehmigten Bebauungsplan der ehemaligen Mineralwasserabfüllanlage. Lediglich auf der Westseite wird der Umgriff, der eine Fläche von 59500 m2 umfasst, begradigt. Im Süden ist das Tennisareal mit einbezogen. Die Osttangente trennt die beiden Teile. Das Gewerbegebiet umfasst in dieser Variante 35900 m2 mit zusätzlich 11400 m2 Verkehrsfläche (davon die Osttangente ca. 4400 m2) sowie der Fläche für das existierende Gebiet Karweidach 1 mit 12200 m2.
  • Variante 2: Planung ohne Einbeziehung der Osttangente
    Diese Variante enthält den gleichen Umgriff von 59500 m2 wie die Variante 1. Lediglich die Osttangente entfällt, was mehr Gestaltungsraum ergibt. Das Gewerbegebiet umfasst hier 38800 m2 mit zusätzlich 7800 m2 Verkehrsfläche sowie der Fläche für das existierende Gebiet Karweidach 1 mit 12900 m2.

Die Verwaltung empfahl die Variante 2, wegen der größeren Fläche und dem größeren Gestaltungsspielraum. Da hier wegen des Wegfalls der Osttangente der Flächennutzungsplan geändert werden muss, war hier eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderats nötig.

Die Fraktionen der Freien Wähler und der SPD führten wieder die bereits bekannten Bedenken vor. Neue Aspekte waren nicht enthalten.  Merkwürdig wirkte die Aussage vom ehemaligen Bürgermeister Mies, der sich wunderte, dass jetzt diese Neuplanung forciert würde ohne dass über Alternativstandorte diskutiert werde. Dabei hatte er seit Jahren behauptet und über entsprechende Gutachten zu beweisen versucht, dass Oberstdorf keinerlei Alternativstandorte besitze. Bürgermeister Klaus King entgegnete, dass man an einem Alternativstandort parallel bereits arbeite.

Die Fraktionen von CSU und Grünen sprachen sich für Neuplanung aus und waren zuversichtlich, dass diese nun rasch weitergeführt werden kann. Auch die Oberstdorfer Allianz, die UOL und die FDP stimmten zu.

Der Gemeinderat folgte mit 15:6 Stimmen dem Vorschlag der Verwaltung, die weitere Planung ohne die Osttangente zu verfolgen und den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern.

Die Verwaltung erläuterte die weitere Vorgehensweise. Im Dezember würde der neue Bebauungsplan erarbeitet, der im Januar vom Gemeinderat verabschiedet und anschließend im Februar/März-Zeitraum ausgelegt werden könnte. Die Abwägung der Einsprüche ist für März/April geplant so dass im Mai der endgültige Bebauungsplan vom Gemeinderat verabschiedet werden könnte.

Parallel dazu werden bereits die notwendigen CEF-Maßnahmen (naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen) in Angriff genommen um keine Zeit zu verlieren. Mit dem Bau des Gewerbegebietes könnte dann im September/Oktober begonnen werden. Das Ziel für die Fertigstellung ist das Jahr 2022.

Die Grünen sind der Meinung, dass damit auch die unselige Planung der Osttangente Geschichte ist. Das hätte zu weiterem Querverkehr von der B19 zur OA4 geführt, weiteren Verkehr angezogen und auch die Weiterführung durch den Rubinger Wald bis zur Nebelhornbahn ermöglicht.

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